Archiv für die Kategorie ‘05: Gestaltungsprinzipien’

NetzKunst vs. Kunst im Netz

8. Mai 2009

NetzKunst ist keine Kunst im Netz. Die Differenzierung dieser beiden Begriffe und die Vertiefung der NetzKunst sollen im Vordergrund der folgenden Erläuterungen stehen. Das Augenmerk werde ich außerdem auf Hans Dieter Huber legen, der eine anschauliche Systematik zur Beschreibung und Analyse publiziert hat.

Das Internet, welches anfänglich dazu dienen sollte, die Kommunikation zwischen Universitäten zu erleichtern, hat sich zunehmend zu einem bildorientierten Medium entwickelt, welches großen Wert auf visuelle Reize legt. Wir werden während der Nutzung des Internets mit einer Vielzahl von Bildern in verschiedenen Ausprägungen konfrontiert. Dadurch begegnen wir der Kunst im Internet tagtäglich. Fotografie, Collagen, Malerein werden unabhängig vom Internet produziert und über das Medium Internet verbreitet. Dieser Aspekt grenzt die Kunst im Netz von der NetzKunst ab und sollte zwingend im Hinterkopf behalten werden.

Nicht nur einzelne Künstler, sondern der gesamte Kunstmarkt ist dazu übergegangnen, sich selbst im Internet zu präsentieren. Galerien, Museen, Akademien, entsprechende Fachzeitschriften und Kunstinstitutionen besitzen einen Auftritt im Internet. Dieser dient ausschließlich der Präsentation, dem Verkauf oder der ideellen Vermittlung von Werten.

Welche Objekte im Internet wirklich Kunst sind, muss der Betrachter für sich selbst entscheiden. El Lissitzki sagt zur Kunst: „Wenn du mich fragst, was die Kunst sei, so weiß ich es nicht. Wenn du mich nicht fragst, so weiß ich es.“

Kunst ist im Internet vertreten, darf jedoch nicht – und dies soll eingängig betont sein – als NetzKunst bezeichnet werden.

Die Masse von Werken, die als Kunst im Netz bezeichnet werden kann, steht eine eher geringe Anzahl von Werken gegenüber, die der Definition von NetzKunst entsprechen.

NetzKunst ist nur diejenige Kunstform, die im Internet entsteht und ohne selbiges nicht existieren könnte. Die Produktion von Kunst im Internet profitiert von den Charakteristika des Internets und setzt sich mit den technischen Möglichkeiten des Internets auseinander. Als Materialien dienen HTML, Flash, Browser, vernetzte Kommunikationsstrukturen. NetzKunst ist temporär, vergänglich und ortlos. Zu erreichen ist sie nur über eine bestimmte Internetadresse, auf die jeder Mensch, egal an welchem Ort, zugreifen kann. Die NetzKunst lebt in immateriellen Datenströmen und existiert nicht in der realen Welt.

Ebenso wie das Internet ist auch die NetzKunst flüchtig und instabil.

Hans Dieter Huber beschäftigt sich primär mit den zeitgenössischen Ausprägungen der Kunst und den verschiedenen Kunstheorien. Unter dem Titel „Zur Geschichte der Netz.Kunst“ hat Hans Dieter Huber eine Systematik zur NetzKunst veröffentlicht, die nachstehend kurz erläutert werden soll.

Bei der Beschreibung und Analyse von NetzKunst unterscheidet Huber drei unterschiedliche Ansätze zur Herangehensweise: den produktionsorientierten, den werkorientierten und den rezeptionsorientierten Ansatz. Alle drei Kategorien sollen dienlich sein, um die Besonderheiten der NetzKunst herauszustellen.

Beim produktionsorientierten Ansatz ist es wichtig, zwischen zwei Arten von Netzkünstlern zu unterscheiden. Es gibt zum einen diese Künstler, die sich, bevor sie sich der NetzKunst widmeten, bereits künstlerisch mit „traditionellen“ Medien beschäftigt haben. Zum anderen gibt es Künstler, die ihre Kunst bisher nur in Form der NetzKunst hervorgebrachten.

Bei werkorientierten Ansätzen wird zwischen einer motivgeschichtlichen und werkanalytischen Herangehensweise unterschieden. Bei zuerst genannter handelt es sich um die Untersuchung des Netzes nach verschiedenen Themengruppen: z.B. virtuelle Reisetagebücher, Verhältnis von realen zu virtuellen Territorien, Identität und Körper im Internet, virtuelle Gemeinschaften.

Die kunsthistorische Werkanalyse ist jedoch immer noch das geeignetste und differenzierteste Instrument, eine präzise und genaue Auseinandersetzung mit dem spezifisch ästhetischen Funktionieren eines Web Art-Projektes aufzuzeigen.

Die Sicht des rezeptionsorientierten Ansatzes verlangt eine Unterscheidung zwischen reaktiven, interaktiven und partizipativen Projekten.

  1. reaktive Werke: Der User kann sich nur durch Klicken und Scrollen durch das Projekt bewegen.

  2. interaktive Werke: Der User kann durch Eingabeflächen , Java Applets oder CGI-Skripte den Server veranlassen, eine momentane Veränderung des Zustandes des jeweiligen Webprojektes zu veranlassen. Wenn der User aber die site verläßt, geht das Projekt wieder in seinen Ausgangszustand zurück. Die Veränderungen des Projektes sind also nur temporär.

  3. partizipative Werke: Der User kann durch a) Download, b) Bearbeiten ,c) Einsenden von Text, Bildern, Tönen, Filmen und /oder d) Steuern von Robotern zu einer dauerhaften Formveränderung des jeweiligen Projektes beitragen.

Die NetzKunst ist zu einer Kunstform avanciert, die dem Unser nicht nur Kunst auf dem heimischen PC bietet, sondern vielfach auch seine Teilnahme an der Gestaltung verlangt.

Internetquellen:

http://www2.hu-berlin.de/cms/galerie/archiv/khg164.html

http://web.uni-frankfurt.de/fb09/kunstpaed/mschacht/virtuell/ho_netzkunst.htm

http://www.xcult.org/texte/herzog/netzkunst.html

http://www.set-die-agentur.com/Zitatensammlung.html

http://www.hgb-leipzig.de/ARTNINE/

NetzKunst oder Kunst im Netz?

7. Mai 2009

Der Artikel von Pierangelo Maset beschäftigt sich hauptsächlich mit den Fragen: „Was ist NetzKunst; Was ist Kunst im Netz und wie unterscheiden Sie sich voneinander?“

Er beschreibt zunächst die Entwicklung der realen Kunst. Die Kunst 60er/70er Jahre bezeichnet er als asketisch-interlektualistische Konzeptkunst, die 80er-Jahre Kunst als neo-expressionistisch.
Diese Kunst-Stile lieferten viele Impulse für die heutige Ästhetik. Die Kunst der 90er, fordert die Anpassung an den Stand der neuen Technologien und in ihr verwischt der Unterschied zwischen Industrieprodukt und ästhetischem Objekt. Die Kunst adaptiert die industrielle Produktion und „versteckt“ sich hinter dem Industireprodukt. Das Kunstwerk soll in Verbindung mit gesellschaftlichen Kontexten gebracht werden, die wiederum ein Teil des Kunstwerks selbst darstellen sollen.

Ende des 20. Jahrhunderts entwickelt sich die Kunst duch die häufiger werdende Vernetzung eher dahin, dass die Zeit mehr zur Bezugsgröße wurde und wird, als der Ort. Die NetzKunst ist nur eine Fortsetzung davon. Es gitb 3 Unterscheidungsmerkmale in der NetzKunst.

  1. Die Produktionsoriertheit
    Mit welchen Medien ist gearbeitet worden?
  2. Die Werksorientiertheit
    Was ist die formale Gestalt und die Funktion?
  3. Die Rezeptionsorientiertheit
    Wie geht man mit dem Projekt um? (reaktiv, interaktiv, partizipativ, kontaxtuell)

Ganz grob kann man sagen, dass NetzKunst das Internet nicht nur als Medium, sondern auch als Ort und Material benutzt.
Kunst im Netz benutzt das Internet nur als Medium um Usern einen Blick auf die Werke zu ermöglichen.

Die NetzKunst warf auch die These auf, dass die Arbeit der NetzKünstler vorallem darin besteht der virtuellen Kunst eine gewisse Realität zu verleihen, was wiederum den Unterschied zu den Web-Designern ausmacht. Daher stammt auch der Begriff der „digitalen Ästhetik“. Sie ist hygienisch, glatt, sauber und transparent. Hat also kaum etwas mit der Realität gemein. Sie stellt die optimale Künstlichkeit in Bezug zur Realität. Ist eher eine Nachahmung.

Deshalb ist der Grundsatz der NetzKünstler: Realität in ihre Kunst einfließen zu lassen und die Künstlichkeit durch das Reale zu stören.

Zu „NetzKunst vs. Kunst im Netz“

7. Mai 2009

Der Artikel „NetzKunst vs. Kunst im Netz“ von Pierangelo Maset zeichnet die Entwicklung der modernen Kunst seit den 70er Jahren nach und erläutert die Wechselwirkung in Bezug auf die Netzkunst. 

In den 70er und 80er Jahren befreite man sich von der herrschenden Leitidee, die einem Kunstobjekt übergeordnet war. Kunst sollte „das ganz Besondere und Eigentümliche“ hervorbringen.

Am Anfang der 80er Jahre existierten dann viele Stile und Techniken nebeneinander. Nach einer kurzen Phase der Konzeptlosigkeit, konzentrierte man sich auf das Gegenständliche und eine Objekt-Kunst fand besondere Aufmerksamkeit (sog. Ready-Mades). Es enstanden künstliche Massenprodukte. (–>Marcel Duchamp, Andy Warhol) Interessant war hierbei die Grenze zwischen ästhetischem Objekt und Industrieobjekt verschwimmen zu lassen. Man widmete sich der Frage, ob bzw. wann ein Industrieprodukt auch gleichzeitig Kunst sein kann. Entscheidend hierfür ist oft der Kontext bzw. der Zusammenhang, in dem das Objekt arrangiert wird.  

In den 90er Jahren wurde maßgeblich ein „Versteckspiel des Kunstwerks hinter dem Industrieprodukt“ betrieben. Man widmete sich der Serienproduktion und wollte den Betrachter dazu bringen, sich nicht nur mit der reinen äußeren Erscheinung der Kunst auseinanderzusetzen, sondern auch mit ihrer Entstehung und dem Prozess, der hinter dem Kunstwerk steht. Man tendierte mehr und mehr dazu, Kunstwerke in einem bestimmten Kontext zu sehen. Kunst nahm Bezug auf die gesellschaftliche Lage und ihre Funktionsweise geriet in den Mittelpunkt. 

Ende des 20.Jahrhunderts ließ sich Kunst durch drei Faktoren charakterisieren:
1. Das Verhältnis des Kunstwerks zur Warenwelt 
2. Die Selbstreflexivität der Kunst 
3. Die Veränderung der Kunst durch technologische bzw. mediale Innovationen

Langsam nimmt man von der Wichtigkeit des Ortes Abstand und die Zeit wird die „wesentliche Bzeugsgröße der Kunst“, jedoch sind Veranstaltungen an realen Orten nach wie vor sehr wichtig. Mit der NetzKunst entsteht aber eine völlig neue Möglichkeit der Kunstschaffung. Hans Dieter Huber nennt zur Differenzierung drei unterschiedliche Herangehensweisen:
1. produktionsorienterte 2. werkorientierte und 3. rezeptionsorientierte Ansätze.
Für den produktionsorientierten Ansatz ist es interessant, ob der Künstler bereits vorher mit traditionellen Medien gearbeitet hat und sich anschließend der NetzKunst gewidmet hat, oder aber, ob er direkt in dieses Metier eingestiegen ist. Hieran kann man untersuchen, inwiefern neue Technologien auf die Kunst einwirken und sich ein Bild zu künstlerischer Arbeitsweise machen.
Werkorientierte Ansätze legen den Fokus auf das Kunstprodukt. Hierbei kann man entweder motivgeschichtlich oder werkanalytisch (formale Gestalt, Funktionsweise) vorgehen.
Der rezeptionsorientierte Ansatz unterscheidet in reaktive, interaktive, partizipative und kontextuelle Projekte. In reaktiven Projekten bewegt sich der User per Scrollen und Klicken hindurch. In interaktiven Arbeiten kann der Benutzer eingreifen, in dem er temporäre Veränderungen vornimmt. Partizipative Projekte animieren den User, permanente Veränderungen vorzunehmen. Innerhalb von kontextuellen Projekten, wird dem User ein Rahmensystem bzw. eine Plattform zur Verfügung gestellt (Foren). 

Bedeutend ist auch die Unterscheidung von NetzKunst und „Kunst im Netz“. Während das Internet der NetzKunst Ort und Material bietet, sind digitalisierte Ölbilder als „Kunst im Netz“ aufzufassen.

Netzkünstler befassen sich vor allem damit, die Strukturen der virtuellen Dimension sichtbar zu machen. Störungen und Fehlfunktionen sind bei ihnen gewollt, denn eine Erstrebung von Perfektion ist eher der Arbeit des Web Designers zuzuschreiben. Künstlerische Arbeit versucht dem virtuellen Raum Realität hinzuzufügen. Dies ist zum Beispiel durch Störungen möglich, die den Bezug zum Realen liefern. Digitale Ästhetik wirkt oft viel zu glatt und sauber. Das Bestreben der Netzkünstler ist es, die Grenze zwischen überspitzter Ästhetik und „Schmutz“ sichtbar zu machen, um durch die Störung des Künstlichen durch das Reale einen möglichst hohen Realitätsfaktor in der digitalen Welt zu ermöglichen.

Zur Ästhetik des Internets (Franz Josef Röll)

7. Mai 2009

Da der Text  von meiner Vorrednerin so schön zusammengefasst worden ist, möchte ich im Folgenden einfach die Punkte nennen ,  die mich zum Nachdenken angeregt haben ;) .

Die Ästhetik des Internets ist heutzutage wichtiger denn je. Wir leben in einer Gesellschaft, in der eine zunehmende Tendenz zur Visualisierung zu erkennen ist.

Alles, wirklich alles, wird bildlich dargestellt. Texte werden seltener, sind als einziges Element einer Website kaum noch anzutreffen, sind quasi „out“ , und die Menschen von heute scheinen nur noch auf Farben, Animationen und Muster fixiert zu sein.

Der erste Blick eines Users ist der Wichtigste, da dieser den ersten Eindruck einfängt und die Person entscheiden lässt, ob der Inhalt der Homepage eines zweiten Blickes „würdig“ ist.

Schließlich leben wir , die Internetnutzer, in einer „Gesellschaft der gesättigten Märkte“,  und alle Unternehmen buhlen um unsere Aufmerksamkeit.

Die von Röll genannten Aspekte der Gestaltungsprinzipien und der soganannten“4 Dimensionen“ fand ich interessant dargestellt, da selbst Laien anhand dieser Aufdröselung nachvollziehen können, WARUM auf welcher Homepage WAS WIE zu sehen ist.

Dass wir, die USER, eigentlich nicht nur Konsumenten, sondern „Prosumenten“ sind, da man als Nutzer des WWW auch selbst interaktiv agiert, fand ich erheiternd, aber nachvollziehbar. Sogar Laien sind so in der Lage bspw. eine eigene Internetpräsenz zu schaffen , ohne das Vorwissen eines Programmieres haben zu müssen. Da der Text etwas älter ist, denke ich, dass die Gestaltungsmittel , die von Röll genant werden , nicht mehr unbedingt so aktuell sind. Er redet bspw. davon, dass vor allem bei Kindern eine farbliche Gestaltung der Hintergründe genutzt wird, was heute auch bei Webauftritten von Erwachsenen Gang und Gebe ist.

Alles in einem ein netter Text.

Präsentation: Gestaltungsprinzipien

6. Mai 2009

Zur Ästhetik des Internets

6. Mai 2009

Zur Ästhetik des Internets
Nach den Ausführungen Franz Josef Rölls soll das Medium Internet gegenwärtig als ästhetisches Leitmedium unserer Kommunikationskultur gelten. Dies sei damit zu begründen, dass Webseiten zunehmend Repräsentations- und Darstellungsformen vor allem für Firmen, staatliche und private Institutionen aber auch für private und gesellschaftliche Einrichtungen geworden seien.
Hinter dieser These birgt sich der Grundgedanke, dass man ein Produkt nicht zwingend wegen seiner Eigenschaften erwirbt, sondern vielmehr wegen der „added values“, die in der Produktwerbung deutlich werden. Um die Aufmerksamkeit des potenziellen Kunden zu erlangen, oder um erstmals mit ihm in Kontakt zu treten, präsentiert man sein Produkt auf Webseiten.
Nun sei die Portalästhetik gefragt- ist sie nicht originell, nicht vielversprechend genug oder gar langweilig, reicht die Internetpräsenz gerade mal für einen flüchtigen Blick des Users, bis er sich dafür entscheidet, weiter zu klicken- und dies kann er ganz unbesorgt, denn das Angebot im Internet ist groß. Er wird also auf seiner Reise durch den Konsum schon noch etwas finden, was seine Kaufwünsche anregt, was ihn an nichts anderes mehr denken lässt- schlicht: etwas, was er kaufen muss, auch wenn er es noch gar nicht weiß. Denn SIE, die richtige Website ist clever, sie weiß wie man es macht. Und so wird SIE ihn schon finden, nicht umgekehrt. Denn sie spricht seine Sinne an, sie strahlt förmlich, und ist nicht zu übersehen .Folgt man ihrer Vorgängerin, der Aisthesis, muss er sie einfach wahrnehmen, egal, auf welche Art. Und das allein durch ihre Gestalt. Und so hat sie ihn schon gefunden. Ehrlich, sie sollte der Portalästhetik später dafür danken. Was eigentlich in ihr steckt, und ob es diese langweiligen Worte, mit denen sie beschrieben wird, eigentlich so ganz genau treffen, kann man später klären. Jetzt ist die Zeit zum glänzen. Denn ER, nun völlig entzückt, muss jetzt einfach handeln. Er kann seine Reise nun beenden, und ihrer Anleitung folgen: er muss es einfach kaufen-denn es sollte ja nur funke(l)n.
Tja, und was ist nun das Geheimnis dieser Ästhetik oder ist es eine Kunst?
Folgt man Franz Josef Röll, so gilt es, vier Dimensionen des Internets zu untersuchen, um die Ästhetik des Internets zu beleuchten:
1. Die Dimension des Motivs
2. Die Dimension der Aneignung
3. Die Dimension der Struktur
4. Die Dimension der Gestaltung
Hier also kurz zusammengefasst die Anleitung zum Erfolg:
Im ersten Abschnitt „Dimension des Motivs“ klassifiziert Röll die Webseiten idealtypisch wie folgt:
• Depotästhetik: optimale Unterbringung maximaler Informationen
• Informationsästhetik: Ideen einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen
• Verlautbarungsästhetik: Verbreitung der eigenen Botschaft ( Politisch, sozial, ethisch)
Identifikationsmöglichkeit
• Merkantilästhetik: Ansprechendes Design als Modus des E-Commerce zur Erzielung von Kaufwünschen
• Selbstdarstellungsästhetik: individuelle Ansichten und Überzeugungen als Lebensentwürfe
• Unterhaltungsästhetik: Erzielung von Spaß und Zeitvertreib
• Erlebnisästhetik: Aktivierung und Motivierung

Im zweiten Abschnitt „ Dimension der Aneignung“ versteht Röll das Internet als 2 in 1 Medium, denn jeder Produzent sei gleichzeitig auch User, jeder User hingegen könne auch Produzent werden.
Weiterhin unterscheidet er:
• Prosumentenästhetik: Ästhetische Entwürfe sind durch eine Zielgruppenanalyse auf den Konsumenten zugeschnitten
Der Konsument wird also zum Prosument, da er indirekt bestimmt, was angeboten wird
• Aktivierungsästhetik: User handelt aktiv, mehrere Sinne werden angesprochen, woraus sich intensive Lernerfahrung ergibt
• Echtzeit-Ästhetik: Vergangenheit verschmilzt mit Gegenwart, Illusion der permanenten Verfügbarkeit
• Ästhetik der Camouflage: Jeder kann jedem im Netz begegnen, keine Standes-oder sozialen Unterschiede
• Netzästhetik: Infos durch unterschiedliche Knoten miteinander verbunden
Im dritten Abschnitt „Die Dimension der Struktur“ stellt Röll die Bildung folgender neuer Dimensionen Ästhetischer Wahrnehmungsaneignung dar: Opake Struktur, Hybride-Struktur, Hypertext-Struktur, Hotspotstruktur.
Im vierten Abschnitt schließlich erklärt Röll, welcher Werkzeuge sich ein Webseiten-Produzent bedient, um den User an die Seite zu binden: Hintergrund, Frames, Tabellen, Ikon, Schrift, Linie, Bild, Animation, Interaktion, Webcam.
Mmh… vielleicht doch gar nicht so einfach mit dem „Funke(l)n“. ..jedenfalls nicht so auf den ersten Blick.
„Sie“ allerdings versteht sich darin, sich in Form zu setzen, und ihre Mittel gezielt einzusetzen. Vielleicht kannte sie ihre Zielgruppe, oder „er“ war einfach nur ihr Typ- wie man in der Realität sagen würde…und damit liegt man vielleicht gar nicht so falsch, denn nach Pierangelo Maset heißt künstlerisches Arbeiten im Netz „ Spuren von Realität zu hinterlassen…“, und hat damit viel mit Webdesign zu tun.
Webdesign? Ästhetik? Für viele bleibt es wohl doch einfach eine Kunst…

Text zur Ästhetik des Internets

30. April 2009

Bitte bei der Lektüre für nächste Woche im Kopf behalten, dass die Texte von 2001 sind …

Der Link zum „Augenschmaus“ ist leider falsch gedruckt, aber ihr findet in hier:
http://www.aesthetics-online.org/
eine wahre Freude ;)

es lohnt sich bestimmt, einige der Links nochmal zu testen – nach all der Zeit