Es gibt da etwas, dass für uns Germanistikstudenten sehr hilfreich sein kann.
„Bitte besorgen Sie sich doch bis zur nächsten Sitzung die Novelle von Theodor Storm – Der Schimmelreiter.“ hieß es da im Ia-Seminar: Einführung in die neuere deutsche Literatur. Toll, dachte ich mir wo krich ich denn das jetzt her, ohne viel Geld dafür auf den Tisch zu legen. Ich bezahl doch schon Studiengebühren. Da kam der Tipp von unserem Dozenten: „Wenn Sie mit einer elektronischen Form zurechtkommen, empfehle ich Ihnen das Gutenberg Projekt vom Spiegel. Da kann man das glaub ich auch finden.“ Super! Ab nach Hause, Google bemüht und siehe da:
Das Projekt Gutenberg.
Jetzt noch schnell auf das „S“ klicken und den Autoren und darüber dann die Novelle finden.
Perfekt! Was will man als armer Student mehr. Literatur für Lau!
Zu den Fakten: Das Projekt ging 1994 schon relativ früh online und ist seither stetig gewachsen. Veröffentlicht werden im Projekt Gutenberg Werke, dessen Copyright abgelaufen ist, d.h., deren Autor (und bei fremdsprachigen Werke auch der Übersetzer) länger als 70 Jahre tot ist. Derzeit sind mehr als 4.800 Bücher, ca. 20.000 Gedichte, sowie zahlreiche Märchen und Fabeln online. (Stand: Dez. 2008)
Das Projekt wurde bis 2002 von AOL Deutschland gesponsert und mit Webspace unterstützt. Seit 2002 ist das Projekt bei SPIEGEL ONLINE angesiedelt. Jeder kann dort mitmachen und z.B. sein Lieblingsbuch abtippen und einschicken. Es wird dann veröffentlicht, wenn das Copyright erloschen ist. Für die Bücher von Thomas Mann der 1955 gestorben ist, läge also die Veröffentlichung im Jahre 2026.
Daher ist das Literatur-Archiv, oder wie man es auch nennen mag ,nicht zu 100% vollständig und viele Texte dürfen noch nicht veröffentlicht werden. Dennoch kann es manchmal in der Germanistik sehr hilfreich sein. Es lohnt sich vorallem, wenn es nur um ein bestimmtes Kapitel aus einem Buch geht. Wer gerne am Bildschirm sitzt, der kann natürlich auch das ganze Buch lesen.